Elfriede Pattberg,die Stärke gibt

Verstehen. Widerstehen. Wieder leben.

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Manche gestehen sich ihre Sucht nicht ein. Doch oft hat ein schwerer Schicksalsschlag, Trauer, Verlust, Veränderung, sie aus der Bahn geworfen.

Vielen hilft schon die Erkenntnis, dass es anderen genauso geht wie ihnen. Sie können ihren Schmerz, ihre Trauer und Enttäuschung mitteilen, ohne sich verstecken zu müssen. Aber wir haben auch viel Freude zusammen und lachen oft. Wir erarbeiten verschiedene Inhalte, was macht ein Suchtmittel mit meinem Körper? Was kann ich tun, wenn ich einen Rückfall habe? Was ist Suchtdruck und wie kann ich ihm widerstehen?

Wir machen auch Ausflüge, zum Beispiel ein Besuch in der Schokoladenfabrik, eine Bootstour, eine Weihnachtsfeier. Dadurch entsteht eine Gemeinschaft in der Gruppe.

Die Gruppe richtet sich an Menschen ab dem 55. Lebensjahr, ich leite sie seit ihrer Gründung. Viele Ältere glauben, dass sich in ihrem Alter eine Therapie nicht mehr lohnt. Die Erfahrung in der Gruppe zeigt aber: sich mit sich selbst, seiner Biografie und den Mechanismen der Sucht auseinander zu setzen, lohnt in jedem Alter.

Die Klienten stellen während der Therapie fest, dass sie Vieles wieder können, wenn sie keinen Alkohol mehr trinken. Gewinnen neue Lebenskraft. Manche finden einen neuen Lebensgefährten. Das ist schön zu sehen.