Horst Frede,der zum Nachdenken über den Glauben ermuntert

Kopf. Herz. Hand.

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Bei Muslimen muss die Waschung unter fließendem Wasser vorgenommen werden, bei Menschen jüdischen Glaubens darf Milch nicht zusammen mit Fleisch in der Küche zubereitet werden und Buddhisten legen Wert auf bewusste Erfahrungen, auch des Schmerzes.

Das alles müssen die Schüler wissen, um Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen mit Kopf, Herz und Hand pflegen zu können.

Seit fast 30 Jahren unterrichte ich Religion, Politik und Pflege am Bildungszentrum Marienstift. Auch wenn Religionsunterricht in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Marienstift offiziell gar nicht vorgesehen ist, finde ich es wichtig, dass die Pflegeschüler Grundkenntnisse über die eigene und fremde Religionen haben.

Für Patienten ist der Glaube oft verbunden mit einem Gefühl von Heimat. Danach sehnen sich viele alte und kranke Menschen in einer Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus. Viele sind fest in ihrer Religion verwurzelt oder finden im Rückblick den Weg zum Glauben. Gott kann auch auf krummen Wegen gerade schreiben. Da müssen die Schüler in der Lage sein, einen bestimmten Psalm in der Bibel oder ein Lied im Gesangbuch zu finden.

Wer sich mit Glaubensinhalten anderer Religionen auseinandersetzt, muss sich auch mit dem eigenen Glauben auseinandersetzen, um einen Standpunkt zu finden. Das ist ganz wichtig für die Arbeit mit Menschen. Ohne ihre Ausbildung würden die Schüler das vielleicht nicht tun.