Ruth Berger,die Kraftschöpfende

Gemeinschaft. Kraftquelle.

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Gemeinschaft ist Heimat und gibt Kraft. Das ist in Zeiten, in denen das Handeln oft von wirtschaftlichen Interessen geleitet ist, besonders wertvoll.

Mein Vater war Pfarrdiakon und Leiter der Schwestern- und Brüderschaft des Ev. Johannisstiftes Berlin-Spandau - diese Gemeinschaft hat mich für mein ganzes Leben geprägt. Als ich vor 17 Jahren im Marienstift anfing zu arbeiten, fand ich es wunderbar, hier auf Menschen zu treffen, die mit Gott auf der Arbeit unterwegs sind. So wie ich auch. Ohne den geistlichen und spirituellen Austausch mit den Mitgliedern der Diakonischen Gemeinschaft – da würde mir sehr viel fehlen. Daraus schöpfe ich meine Kraft.

Diese Gemeinschaft ist beglückend für mich, je mehr Mitarbeitende dabei sind, desto größer wird der Raum, sich auszutauschen. Und es wird klar: Man muss nicht alles alleine schaffen. Es sind genug Menschen da, die aufrichten und tragen, sich gegenseitig stützen und stärken. Und auch mal mutig herausfordern.

Als Leitende Schwester der Diakonischen Gemeinschaft bin ich für alle im Haus Ansprechpartnerin – für Bewohner, Patienten, Angehörige und Mitarbeitende. Ich sehe es als meine Aufgabe, das geistliche Leben hier zu stützen und zu stärken. Wir wollen Begegnungsräume schaffen, auch außerhalb der Arbeit. Und auch für alte, schwache und kranke Menschen. In der Kirche zum Beispiel, wo wir das gottesdienstliche Leben gestalten.

Menschlichkeit, Liebe, Achtsamkeit, das ist der diakonische Geist, den wir lebendig halten wollen. Das bereichert mich, daraus ziehe ich meine Kraft.