Stephanie von Borck,die Sängerin

Die unter den Sechstausend

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Ich singe eben gern und bin deshalb auch im Neuerkeröder Spontanchor. Als ich dann vor einem halben Jahr gefragt wurde, ob ich am Luther-Oratorium in der Braunschweiger VW-Halle teilnehmen würde, da habe ich spontan zugesagt.

Wir haben dann auch im Musikbereich ein halbes Jahr lang die 21 Songs geübt, an denen ich mit meiner Alt-Stimme beteiligt war. Auf was ich mich dann aber eingelassen habe, das habe ich erst gemerkt, als Sarah Bierwirth, eine Mitsängerin aus Neuerkerode,  Mitarbeiterin Elke Korytowsky und ich dann am Tag der Aufführung zur Generalprobe in diese größte Halle Braunschweigs kamen.

Taschenkontrolle, obwohl auf meiner Jutetasche stand, Musik macht glücklich. Und dann die Suche nach dem Block 123. Allein mehrere Alt-Sängerinnen saßen dort in den Reihen. Wenn mehr als 1.400 Sängerinnen und Sänger sich durch die Gänge, Treppen und Stuhlreihen drängeln, reden und lachen, dann ist das für einen Menschen wie mich, der eine starke Sehbehinderung hat, da mittendrin gewaltig irritierend.

Aber ich habe es geschafft. Und dann die Aufführung am Abend. Das war ein Riesenerlebnis. Ich bin durch meinen Dienst in der Information in Neuerkerode mit Menschen vertraut, aber als eine Einzelne in dieser Masse von Menschen, den Singenden und den Zuhörenden, mehr als 6.000 Menschen, das ist ein Gefühl, unglaublich, unvorstellbar. Das ist aufregend. Das macht auch glücklich.

Sehr glücklich.