Bericht aus dem September 1897,

Beobachten und sich daran erfreuen

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Wir sind stets darauf bedacht, die uns anvertrauten Kinder an den Nachmittagen, an welchen sie keinen Unterricht haben, zu einer für den einzelnen passenden Beschäftigung, sei es auch der einfachsten Art, heranzuziehen.

Ein Teil der Knaben wird mit Haus- Hof-, Garten- und Feldarbeiten beschäftigt, andere erhalten in den verschiedenen Werkstätten ihre Unterweisung. Sie arbeiten in der Buchbinderei, Bürstenmacherei oder Flickschneiderei oder fertigen Laubsägearbeiten der verschiedensten Art.
Die Mädchen werden in den weiblichen Handarbeiten, im Stopfen, Stricken, Nähen, Sticken oder Häkeln unterrichtet und zum Reinigen der Zimmer angehalten.
Während der Freizeit spielen die Mädchen auf einem von Kastanienbäumen beschatteten Platze, die Knaben tummeln sich auf dem zum Schulhause gehörigen Hof umher. Die auf dem Hofe befindlichen Turngeräte, wie Kletterstange, Barren, Reck und Schaukelringe reizen die Jungen zu allerlei körperlichen Übungen an.  Neben dem Schulhause befindet sich der Schulgarten. Derselbe besteht aus 16 Beeten. Die Kinder haben hier Gelegenheit, das Keimen, Wachsen und Gedeihen der verschiedenen Pflanzen zu beobachten und sich daran zu erfreuen. Der Garten ist ihr Versuchsfeld, in dem sie säen, und ernten, pflanzen und pflegen lernen.