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Von Kaisers Geburtstag

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Bericht aus dem Februar 1897

Besondere Glanzpunkte im Leben der Schuljugend bilden neben den religiösen die patriotischen Feste: Kaisers Geburtstag und Sedan. An diesen Tagen geht es im Schulhause gar festlich her. Hoch oben vom Dache weht, weithin sichtbar, die braunschweigische blau-gelbe Fahne; die Hausthür ist mit zwei Flaggen in den deutschen Farben geziert. In einer Schulklasse, welche mit Tannengrün, Fähnchen und Lampignons festlich geschmückt ist, wird die Festfeier abgehalten. Die Erzählung des Lehrers wechselt mit Deklamation und Gesang der Kinder ab. Die Oberin sorgt als Anstaltsmutter durch reichliche Verteilung von Kuchen, ‚Äpfeln und Nüssen dafür, dass in diesen festlichen Tagen der Magen nicht zu kurz kommt. Am Nachmittage wird dann, ähnlich wie am Sonntag, ein Ausflug in die Umgebung gemacht, welcher sich aber an diesem Tage zu einem Festzug gestaltet. Im Winde flattern eine große Anzahl Fahnen und Fähnchen. Viele Knaben sind mit Helm. Säbel und Gewehr geschmückt. Unter dem Gesang: „Hoch lebe Kaiser Wilhelm. Hoch!“, geht es hinaus. Erst spät am Abend wird der Rückzug angetreten, während viele farbige Lampignons das Dunkel erhellen.